Würdig

Um ein Haar hätte ich noch ein paar sinnlose Zeilen mehr, diesmal zum Nobelpreisträger Peter Handke, verfaßt, als ich nämlich an den sogenannten Zeitgeist dachte, und wie frivol sich dieser regelmäßig darzustellen vermag, aber dann kam – dem unwürdigen Koronazirkus sei Dank – ein würdiger Preisträger dazwischen. Einer, der wohl auch meinem Vergessen anheim zu fallen drohte. Die Rede ist von Paul Heyse. Kein Geringerer als Theodor Fontane war 1890 davon überzeugt, daß ein Heysesches Zeitalter dem Goetheschen folgen werde. 1910 wurde Heyse dann auch als erster deutscher Autor belletristischer Werke mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Sicher ist ein paar Leutchen bekannt, daß ich ganz gern schreibe. Flockig oder locker, oder gern auch zynisch genannt. Es sind solche Texte wie in Die Blinden von 1852, die mich dann wieder für wahrscheinlich eine unbestimmte Zeit mit dem Dummen der Welt versöhnen und stiller machen, aber das möchte ich unbedingt noch loswerden, auch weil mir Baaders Rede zum einzig wahren Menschenrecht in den Sinn gekommen ist, welches laut ihm darin bestünde, in Ruhe gelassen zu werden.

Paul Heyse hat diese unglaublich wunderbare Geschichte als eine seiner ersten Novellen veröffentlicht, und ich möchte wirklich nicht wissen, was uns nicht nur der Deutschunterricht noch alles Bedeutendes raffiniert und schäbig vorenthalten hat.

Es werden zwei blinde, miteinander sehr eng befreundete, weil besonders auch nach innen schauende Heranwachsende beschrieben, von denen der junge Mann nach einer Augenoperation wieder sehen kann, das Mädchen jedoch weiterhin in Dunkelheit lebt. Was heißt beschrieben in Heyses Text, sie haben begonnen, vor meinen Augen in den prächtigsten Farben zu leben, zu fühlen, zu denken, und dies nicht allein mittels meiner armseligen Phantasie. Es geht um ein Versprechen. Ich sehe mich jedoch ganz und gar außerstande, auch nur eine kurze Zusammenfassung zu notieren, weil jedes Wort zu diesem wunderschönen Märchen auf eine hochwertige Goldwaage gehörte, so offenbar fein und edel wie es Heyse erzählt hat. Ich kann wirklich allen ans Herz legen, es zu lesen.

Noch eines. Lesen kann wirklich in vielerlei Hinsicht bilden, aber denen, die stumpf, tumb, dröge, stur und einfallslos im Mittelmaß des Untertanen verharren, ja verbleiben wollen, wird es leider gar nichts nützen. Zu jeder Zeit an jedem Ort. Ob mit oder ohne Koronazirkus. Ihnen fehlt es nicht an Angst und Furcht vor jedem kleinen Hauch, ihnen fehlt jede aufrichtige Andächtigkeit gegenüber den Eltern, vor Gott, vor oder gegen wen auch immer. Ihnen fehlt fast alles.

Woran Verhausschweinte leicht ihre Insuffizienz erkennen könnten,

wenn sie wollten. Der Text ist auch als leicht bearbeitete, in der Sprache deutlicheren Wiederholung und besonders mehr als ein Jahr nach Beginn des Koronazirkus durchaus ernst gemeint, wirkt jedoch wahrscheinlich nach wie vor auf seine eigene Weise heiter. Ein Gemisch aus Kritik, Traum und Wunsch. Wer will, sagt statt insuffizient ganz einfach blöd, unzulänglich oder korrupt. Los geht’s.

Sie sind insuffizient, wenn Sie Rechtschreibreformen nicht als eine weitere Methode zur Verhunzung der deutschen Sprache erkennen. So wie sie in Behörden, Presse, Funk und Fernsehen für Deppen, Migranten oder allgemein indifferent der Sprachverschandelung Gegenüberstehenden bereits verhunzt wird. Wenn Sie eine einfache und dennoch gepflegte, verständliche Sprache nicht mögen. Wenn Sie Synonymwörterbücher ablehnen. Gut, jetzt lach‘ ich mal ein wenig. Sie sollten hingegen besser noch nicht lachen.

Sie sind insuffizient, wenn Sie als Mutter oder Vater eines Schulkindes zu den Versuchen der Schule, Ihr Kind zu sexualisieren, schweigen oder zustimmen.

Sie sind insuffizient, wenn Sie zulassen, daß Ihre Kinder oder Enkelkinder in den ersten vierundzwanzig Lebensmonaten bis zu vierzig Impfungen erhalten. Das ergibt sich unter anderem daraus, daß Sie nichts über den fehlenden Virusnachweis oder vom Unsinn des Impfen überhaupt wissen. Sie wissen nicht, wie DNS und RNS funktionieren. Sie kennen keine Photosynthese. Sie wissen nichts über Semmelweis und dessen Entdeckung des putzigen Händewaschens als probates Mittel gegen den Tod durch Kindbettfieber. Sie glauben an Urknall, Klapperstorch oder Außerirdische. Oder an es war schon immer so. Oma war auch impfen.

Sie sind insuffizient, wenn Sie den Koronazirkus wirklich für bare Münze nehmen. Es sei denn, ein Gendarm bedroht Sie mit seiner Waffe. Wenn Sie Meinung mit Wissen verwechseln. Wenn Sie sich nicht bemühen, Ihren Horizont zu erweitern. Wenn Sie Schulwissen für Bildung halten. Wenn Sie nachplappern.

Sie sind insuffizient, wenn Sie noch immer fragen, ob eine Impfpflicht, ob ein Demonstrationsverbot kommen. Oder ob alles schlimmer wird. Wenn Sie andere Meinungen verurteilen oder über andere Leute richten wollen. Wenn Sie nikotinfreie E-Zigaretten rauchen und beim Radfahren auch auf Waldwegen ein albernes Helmchen tragen.

Sie sind insuffizient, wenn Sie glauben, Internet-Suchergebnisse seien wahrhaftig oder nahezu vollständig. Oder wenn Sie Wikipedia vertrauen. Oder Metapedia. Wenn Sie Stupipedia nicht kennen. Wenn Sie keine oder nur wenige Bücher besitzen. Oder ungern lesen.

Sie sind insuffizient, wenn Sie regelmäßig Filme bei YouTube schauen oder dort kommentieren. Wenn Sie nicht wissen, was Ausnahmen bedeuten. Wenn Sie Nordic Walking für eine richtige Sportart halten.

Sie sind insuffizient, wenn Sie glauben, daß die Welt durch Q, Putin, Trump oder Xi besser wird. Oder durch Roman Fidel. Warum sollte sie?

Sie sind insuffizient, wenn Sie nicht über die Phantasie verfügen, um sich vorzustellen, daß Sie möglicherweise wie die Chinesen, die Russen oder wie in der Dritten Welt leben werden. Oder wie der Mann im Mond. Apropos, Insuffiziente glauben an die Mondlandung, an das offizielle 911 und an Methan als Klimakiller vulgo Ozonlöcher.

Sie sind insuffizient, wenn Sie Cookies tatsächlich wie Kekse (fr)essen.

Sie sind insuffizient, wenn Sie immer einen neuen Rechner mit den Betriebssystemen von Microsoft oder Apple verwenden. Oder das neueste Telefon, besonders mit Android.

Sie sind insuffizient, wenn Sie regelmäßig bei Amazon bestellen oder Ihnen das Sterben der Tante-Emma-Läden sowie anderer kleiner Händler gleichgültig ist. Wenn Ihnen im Prinzip außer Flatrate, Wlan oder Netflix das meiste egal ist.

Sie sind insuffizient, wenn Sie Angst statt Respekt vor Ärzten, Apothekern, Lehrern und anderen Beamten haben. Oder wenn Sie denken, die wüßten schon Bescheid. Wenn Ihnen nie Zweifel kommen.

Sie sind insuffizient, wenn Sie die sozialen Netzwerke benutzen. Facebook, Twitter, Instagram, VK. 

Sie sind insuffizient, wenn Sie Nachrichtendienste wie Whatsapp oder Telegram verwenden.

Sie sind insuffizient, wenn Sie glauben, eine bestimmte Partei wählen zu müssen. Egal welche.

Sie sind insuffizient, wenn Sie Ihren Glauben, woran auch immer, in die Öffentlichkeit bringen. Außer in der Kirche, der Moschee oder der Synagoge.

Sie sind insuffizient, wenn Sie glauben, der Staat Israel sei Gottes eigenes Land und die dortigen Juden sein auserwähltes Volk. Wenn Sie nichts über Ihre Altersversorgung wissen.

Sie sind insuffizient, wenn Sie eine Tageszeitung oder ein politisches Wochenmagazin abonnieren. Oder einen elektronischen Nachrichtenleser verwenden. Oder auf sogenannte alternative Medien bauen. Wenn Sie nicht wissen, daß Journaille keine derbe Beleidigung, sondern eine wohlwollende ist. So wie Betteljournaille.

Sie sind insuffizient, wenn Sie Steuern und Rundfunkgebühr zahlen. Wenn Sie sich nichts unter unabhängig, frei oder autark vorstellen können oder wollen.

Sie sind insuffizient, wenn Sie nahezu täglich vor dem Fernseher sitzen, auch wenn Sie sich dazu nichts zum Knabbern in den Mund stopfen. Eigentlich sind Sie schon insuffizient, wenn Sie ein TV-Gerät besitzen. Oder jemanden kennen, der Radio hört. Scherz.

Sie sind insuffizient, wenn Sie laktosefreie oder fluorierte Produkte kaufen. Oder haltbare Milch. Wenn Sie ständig nach Verfallsdaten gucken, auch bei losen Äpfeln, Tomaten oder frisch gebackenen Brötchen. Sie sind möglicherweise nicht insuffizient, wenn Sie leicht verschimmelte Waren nicht als solche erkennen, sondern nur sehschwach.

Sie sind insuffizient, wenn Sie Loriot nicht kennen oder ihn nicht kennenlernen wollen. Wenn Sie Jenny Jugo nicht kennen,

WordPress zu verwenden, gilt auch als insuffizient. Tja. Ehrlich will ich schon bleiben. So, jetzt haben alle gelacht und zählen ihre Punkte zusammen. Heilbar ist fast alles. Kleiner Trost: Organinsuffizienz gibt es tatsächlich von leichter Schwäche bis zum Totalausfall. Ein weites Feld.

Definieren Sie Hausschwein, Sie Hausschwein ;-)

Das kapitalbolschewistische Wörterbuch Bolschewiki findet, Opportunismus sei ein zunehmend negativ konnotierter Begriff. Mir ist das sogar noch zu wenig. Opportunisten sind für mich so eklig wie der verwatzte Klumpen Fett im Abwaschwasser, der erst im Abfluß verschwindet, opportun gleichsam ein Synonym für eklig.

Was soll es denn als Anpassung sonst anderes sein, fragen Pragmatiker und Realist. Man lobt doch auch das Hausschwein nicht besonders, nur weil es als Allesfresser auch tatsächlich alles frißt. Das mag stimmen, jedoch von hier ist es nur noch ein Katzensprung zur Verhausschweinung. Opportun ist auch das Wegsehen, das Darüberhinwegsehn bei Schweinereien aller Art – widerlege mich, wer kann – und so schließt sich dann der Kreis mit Opportunist und Hausschwein, auch wenn noch kein Wort zum Überwuchern niederer Triebe und zur Domestizierung oder Domestikation (wie sagt man?) gesagt ist, aber vielleicht sind ja gerade die modernen Impfungen dafür oder dagegen vorgesehen.

Nun denke ich an mein Faible für Abstraktion und auch daran, daß alte Freunde manchmal darüber mehr mißmutig denn vergnügt lachten, sie hielten mein Kritikverfahren gegen wirklich alles für arg übertrieben und störanfällig. So weit, so gut. In diesen Zeiten wird jedoch offenbar, daß es der Mangel an Phantasie jener ist, die nicht verstehen, daß ich lediglich drei Punkte miteinander verbinde. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Man könnte sogar wohlwollend sagen, es ist ein rein grammatikalisches, wenn schon nicht ein mathematisch abstraktes Problemchen.

Bei der Triebverflachung ernte ich ja vielleicht noch Zustimmung, wenn ich sie allgemein eher anprangere als hochschätze, aber nicht umsonst kann ein Kurzsichtiger in der Ferne schlecht sehen, besonders dann nicht, wenn es gilt, den Balken im Auge als Splitterchen oder bessser noch, als liebliches Splitterleinchen zu ignorieren.

Was ich meine, ist die Fähigkeit zur Selbstkritik, die einigen zumindest noch als Begriff in Erinnerung geblieben sein müßte, wenn die eigenen Eltern, Lehrer oder Schulfreunde noch leben. Egal. Heute wird so etwas oft weggebügelt, zerknüllt oder gleich weggeworfen. Man tue sich einmal an, einen Meinungsbeitrag der Kanaillen-Journaille zu irgendeinem Thema, mit welchem sie sich auch nicht auskennen, zu lesen. Zum Beispiel zu Viren oder zum sogenannten Impfen. Während Gesunde dabei würgen, applaudieren die Verhausschweinten. In diesem Sinne kann ich den Gimpel-Gauck allerdings sehr gut verstehen, daß er nur von Trotteln spricht. Spräche er anders, sähen vielleicht noch viel mehr, daß Konrad Lorenz mit seiner Befürchtung, die Verhausschweinung könnte einst die Welt in arge Bedrängnis bringen, Recht gehabt hat.

Dieser Text wird nun allerdings am besten verstanden, wenn man den dümmlich opportunistischen Aufruf eines geimpften Apparatschiks zur Toleranz gegenüber Ungeimpften kennt. Egal.

Para

„Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, daß ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören.“

Wer konnte schon ahnen, daß der große Arthur Schopenhauer solch kleinlichen Befindlichkeiten in seinem Werk überhaupt den kleinsten Raum gestattete? Als Pedant war er mir allerdings schon längst angenehm aufgefallen. Immerhin tat es Nietzsche wohl ebenfalls leid, für Dumme geschrieben zu haben, so daß er sich mit der Entschuldigung, geistig umnachtet zu sein, zurückzog.

Mir ist zwar auch ein klitzeklein wenig peinlich, daß die Leute ihre dumme Meinung, besonders zum Unsinn des Impfen, immer und überall äußern, für mehr Tiefe fehlen mir dann aber auch sowohl Lust als auch Luft, zudem bin ich kein Philosoph.

Für die Summe der Attribute sollte ein Mensch versuchen, seinen Schöpfern wenigstens ein ganz klein wenig zur Ehre zu gereichen, las oder hörte ich einst irgendwo. Vielleicht war aber auch eine Pflanze gemeint, oder ein Tier. Ein Kraut, ein Insekt? Aucune idée, keinen blassen Schimmer.

Man liest und hört ja so viel, da kann besonders ein dummer Mensch schon einmal den Überblick verlieren, aber halt, wie kann das sein, wenn ein dummer Mensch doch fast gar nichts liest oder hört außer das, was ihm Presse, Funk und Fernsehen liefern? Fragen über Fragen, aber die wird er sich ja ebenfalls kaum stellen, hat doch schon die Sesamstraße mit ihrem wieso, weshalb, warum gründlich versagt. Der Mensch von heute lernt durch Filmchen im Internet, wie man Schuhe schnürt, Fahrradketten repariert oder wie man eben nicht einparkt. Das reicht dann aber auch schon für einen lieben langen Tag. Manchen reicht es für ein ganzes Leben. Isso.

Zum Titel. Mit Para ist kein Fluß gemeint, kein Ort und auch keine ehemalige osmanische Währung, sondern ein Präfix, einigermaßen bekannt durch die Paralympics, die olympischen Spiele der Behinderten. Es kommt aus dem Griechischen und bedeutet neben, entlang oder vorbei.

Wenn eine Krankenschwester sagt, die Infusion läuft para, dann läuft sie ins Gewebe, nicht in die Vene. Warum ist das interessant? Weil selbst im Falschen die Sprache wichtig ist, um zu verstehen, was falsch ist. Allerdings ist für einen Fälscher die Sprache auch interessant, und so begibt er sich zum Beispiel im Falle der Geschichtsfälschung an die Quellen. Diese waren unter anderem handschriftliche Urkunden in den Bibliotheken von Klöstern. Wer also beispielhaft wissen möchte, wie das sogenannte päpstliche Exil in Avignon zwischen 1309 und 1377 tatsächlich zu deuten ist – so sich überhaupt Verweise darauf finden ließen – sollte also mindestens bereit sein, in einen dieser fast gänzlich verschütteten Keller einer solchen Bibliothek hinabzusteigen. Das Ergebnis seines Abenteuers wird ihm nicht nur die Sprache verschlagen, sondern erklären, wann und warum historische Daten aus dem Mittelalter gefälscht wurden. Die Geschichte läuft also bis zur endgültigen Aufdeckung jedes Schwindels para, wie die Infusion, und richtet Schaden an.

Dem Dummen ist das alles nun aber ebenso schnurz wie die Frage, ob sein Kind ein Bettnässer, eine Hosenscheißerin oder ein Volksverpetzer ist. Mit Dummen ist wahrlich kein Blumentopf zu gewinnen, sondern lediglich ein höfischer Staat zu bilden, in dem dann um die Wette gekatzbuckelt wird. Deshalb nicht vergessen: Dummen auf den Kopf hauen. Oder hauen lassen.

Suppenfragen – Dumme bitte weitergehen!

„…daß ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält…“

Das ist wahrlich eine Frage, dem Geiste Goethes würdig. Unsereiner bricht sich ja schon die Zunge, wenn es gilt, einfache Suppenfragen zu stellen oder gar zu beantworten. Suppenfragen, die uns im Laufe des Lebens begegnen und die vor allem den besonders Dummen unter uns ganz schlimmen Verdruß bereiten. Wenn jemand also weiß, warum sich auf manchen Suppen eine Haut bildet und auf anderen nicht, und wenn er zudem noch sagen kann, wie viele Erbsen man in ein leeres Glas legen kann und wer die Regentrude ist, dann will ich ihn zumindest nicht ohne weiteres oder brevi manu einen Dummen nennen oder ihm gar gleich auf den Kopf hauen.

Zu den üblen Fragen, die unsereinem täglich in den Kopf gepustet oder gehämmert werden sollen, will ich nur ein paar wenige Worte verlieren. Das sind zum Beispiel die, schon seit Jahrzehnten sogar aus dem Autoradio tönenden, unendlichen Geschichten über ein scheinbar ewiges wie humorloses bis tödliches Geplänkel im sogenannten Nahen Osten, als ob der Mensch einzig und allein dafür gemacht wurde, sich ständig mit dem gleichen Schmarrn gutbezahlter Gaukler das Leben vergällen zu lassen.

Interessant sind lediglich die Suppenfragen und davon besonders jene, die erst mit zunehmendem Alter und scheinbar zufällig ins Auge des Betrachters fallen. Letztendlich werden sie erst zu Suppenfragen, wenn man das wirklich will, und sie sich selber aus eigener und reiner Neugier stellt.

Die Dummen haben nun vielleicht gehofft, ich käme auf irgendeine bestimmte Frage zu sprechen, so wie sie selber vielleicht auf einen Gottes-Betrug, der angeblich an ihnen verübt wurde. Oder auf etwas anderes völlig Belangloses wie die Oma als Umweltsau aus ihrem dreckigen dummen Mund. Oder die Lügen der Welt. Wie gesagt, Dumme erlegt man nicht länger mit Worten, sondern man haut ihnen kräftig auf den Kopf. Danach liest sich der Verdrüßliche von Ludwig Bechstein, vorzüglich bebildert von Axel Scheffler, gleich noch einmal so gut. Oder man denkt an den Witz vom Volk der Dichter und Denker. Oder daran, daß Jesus bereits lange vor dem Milgram-Experiment erkannt haben muß, was auf ihn zukommt. Oder doch nur an Goethe und drei Eier im Glas mit einer Buttersemmel.

Dummen-Bashing bald als Hau‘ den Lukas?

Ein paar der allzu echauffiert, gleichsam erhitzt wirkenden letzten Texte habe ich weggelegt, um mich doch lieber wieder einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, dem Dummen-Bashing, zu widmen. Manche Worte tun sich ja schwer mit Synonymen, andere hingegen sind freigiebig wie leichte Mädchen oder Impfzuhälter. Während sich zu stolzieren nur stelzen, erhobenen Hauptes gehen und schreiten finden, erschlägt einen zu katzbuckeln unter Verweis auf kriechen eine ganze Litanei. Wer sich ein wenig mit Sprachen auskennt, wird ja wissen, daß nur dem ordinärsten Pöbel der Wortreichtum eines Landes zu danken ist. Das ist leider wahr, aber schmälert keineswegs die Leistungen alter Autoren wie Jean Paul und Ludwig Tieck, die weit mehr für die Sprache leisteten, als schnöde Bauernworte gesäubert und vom gröbsten Schmutz befreit zu haben. Gegen tiefergehende Beleidigungen anständiger Menschen durch Worte wie katzbuckeln waren sie jedoch machtlos. Na gut, sie haben sie meist selbst als giftige und bisweilen tödlich treffende Pfeile verwendet. Heute sind solche Waffen stumpf geworden. Die Dummen erlegt man deshalb am besten einfach mit einem gewaltigen Hieb auf ihren Kopf. Nicht länger mit Worten.